Die Queseras

Queseras sind Artefakte aus vorspanischer Zeit. Es handelt sich dabei um Felsbrocken, in welche Risse tief und fest eingearbeitet wurden. Wahrscheinlich wurden sie von den
Guanchen
Guanchen

bedeutet in der Sprache der Ureinwohner Teneriffas soviel wie »Söhne Teneriffas«. Heute gebräuchliche Sammelbezeichnung der vorspanischen Bewohner des Kanarischen Archipels.

errichtet. Dieser alte Volksstamm stammt möglicherweise aus den Gebieten der Sahara. Ein Beleg hierfür ist, dass in Marokko ebenfalls Queseras gefunden wurden. Vor 3.000 Jahren, so vermuten Historiker, setzten sie auf kleinen Binsenbooten auf die Kanaren über. Ende des 15. Jahrhunderts werden die Guanchen von den spanischen Eroberern unterworfen und assimiliert.
Der Name Queseras lässt sich auf eine Form der Käseherstellung zurückführen, bei der frische Käsemasse in eine Form gepresst wird. Von den ehemals fünf Artefakten blieben bis heute drei erhalten.
Über die Bedeutung oder Verwendung dieser Gebilde sind sich Experten bis heute uneinig. So gehen die Vermutungen von magisch-religiösen Motiven bis hin zur Milchverarbeitung. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass sie zum Zwecke des Wasserauffangens oder zum Waschen von Wolfsmilchgewächsen benutzt wurden.

Quesera de Bravo

Diese altertümliche Entdeckung findet man im Lavafeld Malpais de la Corona, 300 Meter westlich von Jameos del Agua. Bei dem Artefakt handelt es sich um eine ovale Steinplatte mit eingearbeiteten Rissen. Die Fläche der relativ schlecht erhaltenen Anlage beträgt 28 Quadratmeter.
Aufgrund ihrer geringen Größe ist es sehr schwierig, die Quesera de Bravo zu finden. Man sollte sich von Jameos del Agua aus Richtung Westen begeben und die Landschaft gründlich absuchen. Da es auch keine Beschilderung oder sonstige Hinweise zum Artefakt gibt, ist der Erfolg der Suche doch bis zu einem gewissen Grad vom individuellen Glück abhängig.
Quesera de Bravo

Quesera de Guardilama

In der Nähe des Weinanbaugebiets La Geria am Montaña de Guardilama finden sich diverse in Stein errichtete, vier Meter lange Rillen beziehungsweise Kanäle. Im Gegensatz zu den anderen Fundstätten sind diese Rillen nicht parallel angeordnet.

Quesera de Zonzames

Die Quesera de Zonzames ist die größte und besterhaltene ihrer Art auf Lanzarote. Sie befindet sich etwas südlich des Vulkans Montaña de Zonzamas nahe des Ortes San Bartolomé. Dort findet man eine drei Meter große ovale Steinplatte, in welche fünf parallel eingearbeitete Spalten integriert wurden. Der Durchmesser der Platte beträgt rund vier Meter. Nahe der Quesera erkennt man auf Basaltsteinen diverse grafische Darstellungen. Die Felsritzungen stellen wahrscheinlich Füße dar, deren Bedeutung bisher noch weitestgehend ungeklärt ist.
Dieser Fund ist leider nicht geschützt und besonders ausgeschildert. Trotzdem ist ein Besuch für Menschen mit archäologischem Interesse zu empfehlen.
Quesera de Zonzames

Anreise:

Zur Anreise fährt man von Arrecife aus auf der Straße LZ-20 bis nach San Bartolomé. Von dort aus nimmt man die Straße LZ-34. Nach circa 2 ½ km biegt man in eine unbefestigte Straße rechts ab. Nahe dieser Straße befindet sich das Artefakt auf einer Anhöhe.
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