Teguise

In Teguise findet der Reisende das »alte« Lanzarote vor. Die ehemalige Hauptstadt der Insel gehört zusammen mit Betancuria auf Fuerteventura zu den ältesten spanischen Städten der Kanaren. Auch nach der Ablösung als Hauptstadt 1852 durch Arrecife hat Teguise nichts von seiner Pracht verloren. Heute ist die Stadt das kulturelle Zentrum Lanzarotes. Paläste aus der Kolonialzeit, pittoresken Gassen und imposante Kirchen prägen das Stadtbild und locken die Touristen von den Pools und Stränden ins Landesinnere.
Die Gründung erfolgte um 1406 als Real Villa de Teguise von Maciot de Béthencourt, dem Neffen Jean de Béthencourts, des Eroberers der Kanarischen Inseln. Teguise war eine Guanchenprinzessin, mit der Maciot liiert war. Bald war Teguise auch Bischofssitz. Eine Festungsanlage machte sich die zentrale und erhöhte Lage zunutze. Mit diesen strategischen Vorteilen gegenüber den Küstenorten wie Arrecife sicherte sich Teguise den Status als Hauptstadt Lanzarotes rund 450 Jahre lang. Während dieser Zeit war Lanzarote beliebtes Ziel zahlreicher Piratenüberfälle. Ihren Höhepunkt fanden sie 1618, als die Insel von über 5.000 algerischen Seeräubern angegriffen und selbst Teguise im Landesinneren überrannt wurde. Auch das Castillo de Santa Bárbara, die Burg von Teguise, bot keinen Schutz. Noch heute erinnert eine kleine Gasse namens Callejon La Sangre (zu deutsch: Blutgasse) an dieses Massaker.

Heute beheimatet die Burg ein Auswanderermuseum und ist ein beliebtes Ausflugsziel mit einem fantastischen Ausblick, denn die heutigen Invasoren kommen zum Shopping und um das Flair der alten Residenzstadt zu genießen. Ziel ist der sonntägliche Markt. Dann herrscht in den Gassen, Straßen und auf den Plätzen dichtes Gedränge. 
Unter der Woche ist es in Teguise deutlich ruhiger. Nur wenige Bustouren legen hier einen Halt ein und die geringe Zahl an Hotels lassen die Stadt weitgehend unberührt vom touristischen Trubel. Dann wirkt Teguise ein bisschen gefangen in der Vergangenheit. Hier kann der Besucher das historische Lanzarote erleben und sich selbst davon überzeugen, wie richtig die Entscheidung der spanischen Regierung war, 1980 die Stadt als Ort von historischer und architektonischer Bedeutung weitgehend zu schützen.
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