Cueva de los Verdes

Die Cueva de los Verdes ist ein westlicher Teil des etwa sieben km langen unterirdischen Höhlensystems im Norden Lanzarotes. Zu Deutsch bedeutet »Cueva de los Verdes« so viel wie »Höhlen des Verdes«, wobei der Name »Verdes« einem historischen Einwohner zugeordnet wird. Das gesamte Röhrensystem erstreckt sich vom Montaña Corona bis zum Roque del Este (Meer). Erst zwei km des Gebildes sind bislang erforscht. Der Tunnel ist bis zu 50 m hoch und bis zu 15 m breit.
Der Hohlraum entstand vor circa 3.000 bis 5.000 Jahren, als der nahe gelegene Vulkan Montaña Corona ausbrach. Die über der Erde fließende Lava erstarrte rasch und verfestigte sich an der Oberfläche. Dabei höhlte die unterirdisch fließende Lava die Erde aus und formte somit in einem langen Prozess ein bizarres Tunnelsystem.
Das versteckte unterirdische Gebilde, welches nur wenige Deckeneinbrüche (»Jameos«) als Eintrittsöffnungen besitzt, wurde im 16. und 17. Jahrhundert als Versteck vor Piratenangriffen genutzt. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts plante die Regierung, die bizarren Aushöhlungen touristisch zu erschließen. Der Künstler Jesús Sota entwarf die spezielle indirekte Beleuchtung und die akustische Untermalung. Die Beleuchtung wurde in Höhlenspalten integriert und erzeugt die Illusion einer natürlichen Lichtquelle, indem sie die vorhandenen Farben der Steine unterstreicht. 1964 wurde die Attraktion eröffnet.

Der ein km lange Rundgang durch die Cueva de los Verdes, welche aus zwei übereinander gelagerten Schächten besteht, dauert in etwa 40 Minuten. Dabei steigt man bis zu 50 m unter die Erdoberfläche hinab. Während der geführten Besichtigung laufen die Besucher an eigenartigen Gebilden und steinernen Strukturen vorbei. Darunter finden sich zum Beispiel Lavakanäle, feste Blöcke, Lavatropfen, Saline-Depots und verfestigte Lavaschichten. Die vorhandene Luftströmung bereitet der Höhle ein angenehmes Klima. Die Temperaturen liegen relativ konstant bei 19 °C. Kurz vor Ende des Rundganges erreicht man eine naturbelassene große Halle, in welcher sich eine Bühne mit davor aufgestellten Zuschauerplätzen befindet. Der Anblick eines unterirdischen Konzertsaals ist sicherlich sehenswert und bringt fast jeden Besucher ins Staunen. Leider wird das Auditorium kaum noch benutzt, da dort unten weder Restaurant oder Bar noch Toiletten vorhanden sind.

Anfahrt:

Von Arrecife aus gelangt man auf der LZ-1 über Arrieta und Los Picachos zur Kreuzung, die zu den Jameos del Agua führt. Hier biegt man links auf die LZ-204 ein und fährt direkt zur Cueva de los Verdes.

Öffnungszeiten:

täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
Sommer (30. September):
täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr

Eintritt:

Erwachsene: 9,00 Euro
Kinder (7-12 Jahre): 4,50 Euro

Kontakt:

Tel.: +34 928 848 484
  • close
  • GEQUO Reisemagazin

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    Einst litten die Menschen von La Palma unter einer schrecklichen Dürre. In dieser Situation kam Bischof Jiménez auf die Insel. Er sah das Leid der Menschen und auch ihrer Tiere und die Notwendigkeit, zu handeln. Um die Fürbitte der Gottesmutter zu erlangen, veranlasste er eine Prozession. Und so kam es, dass die Statue der Jungfrau von Las Nieves von eben dort hinab in die Hauptstadt La Palmas getragen wurde.

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    Wie verständigt man sich über große Entfernungen, wenn es weder Telefon noch Internet gibt, keine Infrastruktur vorhanden ist und der Fußweg beschwerlich und aufwändig ist? Unwegsame Schluchten, dichte Urwälder und schroffe Felsen erschwerten die Kommunikation zwischen verschiedenen Orten bis hin zur Unmöglichkeit. El Silbo hieß die Lösung...

    La Palma – »Lotus Pyranthus«

    La Palma – »Lotus Pyranthus«

    Erst vor wenigen Jahren wurde auf La Palma eine neue Pflanzenart entdeckt – der Lotus Pyranthus. Es handelt sich dabei um einen Inselendemiten, also um eine Pflanze, die ausschließlich auf La Palma vorkommt – und selbst dort wächst sie nur noch in drei kleinen Gebieten.

    El Hierro – Auf dem Weg zum einzigen Nullmeridian

    Faro de Orchilla

    Seit Kolumbus wissen wir, hinter Punta de Orchilla geht die Reise weiter, auch wenn erst mal nicht viel mehr als Wasser kommt. Aber noch vor gut 2000 Jahren war an diesem äußersten Punkt El Hierros Schluss mit der damals bekannten Welt.